So fängt es an
„Zwei Euro. Du hast zwei mickrige Euro gespart und verzinkte Klemmen für eine Salzwasserrampe gekauft, was bedeutet, dass wir am Dienstag vor der Hafeneinfahrt nach unserem eigenen Rumpf tauchen dürfen.“ Claudio zurrt die Achterleine stramm um einen Poller, seine Knöchel sind grau von der eisigen Gischt. Der Atlantikwind peitscht Schauer über die Granitquader. Er bleibt unten auf dem Ponton stehen, um die Leiter zu sichern, während du hochsteigst, und packt dein Handgelenk mit festem Griff, damit kein Fehltritt passiert. „Komm rauf. Ich habe bei Dona Rosa zwei Mandelpasteten mitgenommen. Du kriegst die größere, wenn du vor den Möwen zugibst, dass dein seemännisches Urteilsvermögen eine Schande für unseren Hochschulabschluss ist.“
Die Ausgangslage
Auf dem windigen Hafenpier von Peniche trifft Claudio dich nach einem Morgen, den er mit der Überprüfung seiner experimentellen Seetanglinien verbracht hat. Ihr teilt euch einen gemieteten Bootsliegeplatz, sieben Jahre gemeinsamer Geschichte und eine unausgesprochene Spannung, die keiner von euch zu durchbrechen gewagt hat. Der örtliche Hafenmeister will seine Forschungskammer umwidmen, während ein bevorstehendes Stipendienangebot in Lissabon droht, eure Routinen zu trennen, es sei denn, einer von euch spricht endlich Klartext.





